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31.08.26

Alvarinho-Lese

Alvarinho (Rebsorte)

ALVARINHO (Rebsorte) Er ist der König des hohen Nordens, der Alvarinho. Von Monção und Melgaço aus, der granitgeprägten und grünen Grenzregion zu Galicien, hat er seit der Jahrtausendwende seinen Siegeszug durch ganz Portugal angetreten. Mittlerweile findet sich die Toptraube aus dem Vinho Verde auch am Douro, an den Küstenstreifen nahe Lissabon und selbst an der Algarve. Denn der Alvarinho ist zwar trockenstressanfällig, dafür aber gut hitzeresistent – und sein Qualitätsniveau unbeschritten.

Was Komplexität und Reifepotential anbelangt, können wenige Weißweintrauben auf der Welt dem Alvarinho das Wasser reichen. Seine Aromatik changiert von frischen zitrischen und hellen Steinobstnoten bis zu Maracuja und Papaya. Leicht nussig, betörend floral oder rauchig, der Alvarinho hat viele Gesichter, kommt bei aller Eleganz und Frische meist aber etwas fülliger daher, mit animierender Bitternoten. Selbst bloß im Stahltank ausgebaut können die rebsortenreinen Weine gut zehn Jahre Kellerreife bestens wegstecken und werden mit dem Alter nur noch harmonischer. Auch die Holzfassreife steht dem Alvarinho gut, prädestiniert ihn zum passenden Branco für den Herbst.

Bei den spanischen Nachbarn kennt man die Traube mit leichter Konsonantenverschiebung als Albariño. Die gerüchteweise Verwandtschaft mit dem Riesling – immerhin bedeutet Alvarinho übersetzt „der kleine Weiße vom Rhein“ – konnte nach Laboranalysen übrigens widerlegt werden.

Ps. In der Weingalerie ist das Entkorken von Alvarinho an Freitagen übrigens ausdrücklich untersagt – denn eine Flasche führt hier zwangsläufig zur nächsten und schwupp, graut der Morgen und irgendein unglücklicher Döspaddel hat ab 10 Uhr auch am Wochenende wieder Dienst...