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04.09.26

LR-Quinta

Quinta de La Rosa

Die am rechten Douro-Ufer – einige hundert Meter flußabwärts von Pinhão – gelegene Quinta de La Rosa gehört zu den beeindruckendsten Weingütern der Region. Die oberhalb der Bahntrasse gelegenen Gebäude kündigen sich über den Douro weithin sichtbar an. Im Gegensatz zu den beiden Nachbar-Quintas da Foz (stromaufwärts) und do Porto (abwärts) liegt die Quinta de La Rosa außerhalb der einstigen pombalschen Demarkierung. Auf der berühmten Karte des Baron Forrester aus dem 19. Jahrhundert ist sie allerdings verzeichnet.

Unter der Firmenbezeichnung Feuerheerd Bros. waren die Vorfahren der heutigen Inhaberfamilie Bergqvist ab 1815 im Portweingeschäft tätig. Der aus Hamburg stammende Kaufmann Albert Feuerheerd, dessen Tochter Claire die Quinta 1906 von ihrer Großmutter zur Taufe geschenkt wurde, legte neue Terrassen an und ließ die Gebäude erweitern. Er gab der Quinta zudem ihren spanischen Namen, der an einen seiner Sherrys erinnert. Der ursprüngliche Name Quinta das Bateiras findet sich nur noch in älteren Aufzeichnungen und über der Einfahrt zum Weingut. Auch wurde die Umbenennung nötig, um die eigenen Lagen von denen der allzu ähnlich klingenden Quinta nas Bateiras am gegenüberliegenden Ufer abzugrenzen. Das eine bedeutet übersetzt dies-, das andere jenseits der Stromschnellen; einst gehörten die Besitzungen zusammen. 1929 heiratete Claire Feuerheerd den Anglo-Schweden Eric Bergqvist: Ihr gemeinsamer Sohn Tim lenkte als Familienoberhaupt die Geschicke des Weinguts von 1972 bis zu seinem Tod im Jahr 2018. Seitdem leitet seine Tochter Sophia das Unternehmen, baute erfolgreich den Enotourismus aus und erweiterte das Portfolio vor allem abseits der Ports.

Während die Firma Feuerheerd 1933 an die Familie Barros verkauft wurde, blieb die Quinta de La Rosa mit ihren durchgehend in der obersten Kategorie A bewerteten Lagen stets im Besitz der Bergqvists. In den Jahren 1933 bis 1987 wurde das Lesegut von La Rosa an Hersteller wie Croft und Sandeman verkauft. Sandeman nutzte obendrein für einige Jahre die Kellerei von La Rosa, um dort Weine (auch) anderer Güter zu produzieren.

Infolge einer Gesetzesänderung, die es Weinbergbesitzern ermöglicht, Portwein wieder direkt (und nicht über die Handelshäuser in Vila Nova de Gaia) zu vermarkten, entschlossen sich Tim und Sophia 1988, die Quinta de La Rosa erneut als selbständiges Unternehmen zu etablieren. Seither wird auf La Rosa eine Reihe hochwertiger Ports und Douro-Weine in allen Farben und Ausbaustufen gekeltert; auch ein überregional geschätztes Olivenöl wird auf dem Anwesen produziert.

Seit Ende 2002 ist der Önologe Jorge Moreira für die Port- und Weinproduktion auf La Rosa verantwortlich und hateinen sehr eleganten Stil etabliert. Im Jahr 2005 gingen die Bergqvists mit Moreira, der auch mit seinem eigenen Projekt Poeira hohe Anerkennung in der Weinwelt findet, das Joint Venture Passagem auf der Quinta das Bandeiras im Douro Superior ein, direkt gegenüber der renommierten Quinta do Vale Meão.